Tagesgeld Festgeld – Die Schlacht um das Kundengeld

Tagesgeld Festgeld – Die Schlacht um das Kundengeld

In unruhigen Zeiten ist Termingeld eine Alternative zu Aktien. Versicherer wollen Banken bei festverzinslichen Anlagen Konkurrenz machen. Sie haben Angebote – die aber im Vergleich abfallen.

Die Schlacht um Kundeneinlagen ist im vollen Gange: Viele Versicherer heben die Zinsen gerade kräftig an, um den Banken bei festverzinslichen Anlagen Konkurrenz zu machen. Neun von 13 von BÖRSE ONLINE befragten Anbietern haben im vergangenen halben Jahr die Konditionen für ihre Tagesgeldalternativen verbessert. Diese Alternativen heißen Kapitalisierungsprodukte und sind rechtlich Versicherungspolicen, die aber wie Tages- oder Festgeld gehandhabt werden.

Einige dieser stark beworbenen Angebote sind in den unruhigen Börsenzeiten wie im Moment durchaus attraktiv. Die Skepsis vieler Investoren über die wirtschaftliche Zukunft Europas und der USA und die Unsicherheit in Bezug auf die langfristige Geldpolitik führt dazu, dass Anleger nach Möglichkeiten zum Geldparken suchen. Als die Banken 2009 nur Mickerzinsen zahlten, war bei den Versicherern teilweise deutlich mehr zu holen. Doch das Blatt hat sich gewendet, auch die Geldinstitute haben ihre Konditionen verbessert. Selbst die Topangebote der Assekuranz bleiben hinter den besten Tages- und Festgeldern der Banken zurück.

Vorsicht: Kündigungsfalle

Beispiel Drei-Monats-Geld: Die Allianz erhöhte seit Jahreswechsel den Zinssatz für ihr Parkdepot mehrfach und zahlt nun zwei Prozent. Doch das reicht nach Angaben des Finanzportals Biallo bei vergleichbarer Laufzeit nur für einen Rang im oberen Fünftel. Am meisten zu holen ist derzeit bei der Bank of Scotland und Cortal Consors mit je 2,6 Prozent. Ähnlich sieht es beim Tagesgeld aus: Der Direktversicherer Cosmosdirekt zahlt für sein Tagesgeld Plus derzeit einen Zins von 1,75 Prozent, liegt damit aber weit hinter der Bank of Scotland mit 2,6 Prozent.

Zu den attraktivsten Angeboten zählt noch das Kapitaldepot der Alten Leipziger. Hier gibt es zur normalen Verzinsung einen Treuebonus von bis zu 1,5 Prozent dazu, wenn Sparer ihr Geld nach sechs Monaten weiter anlegen. Rechnet man die aktuellen Werte auf ein Jahr hoch, kommen Neukunden nach Unternehmensangaben auf eine Gesamtverzinsung von 2,46 Prozent. Das würde immerhin Platz fünf von 168 Angeboten bedeuten – verglichen mit anderen Festgeldofferten für ein Jahr. Ganz oben rangiert hier allerdings die IKB direkt mit drei Prozent.

Platz fünf klingt nicht schlecht, doch Marcus Preu, Geschäftsführer von Biallo, sagt: “Vergleichbare Angebote der Banken sind einfacher und dadurch verbraucherfreundlicher.” So sinken beim Kapitaldepot nach den ersten sechs Monaten die Zinsen deutlich. Wer vergisst, rechtzeitig zu kündigen, hat bei der maximalen Laufzeit von 24 Monaten eine erheblich weniger attraktive Gesamtverzinsung.

Preu sagt: “Selbst bei den besten Produkten der Versicherer gilt: Man kann sie nehmen, muss aber nicht.” Die Assekuranz gibt aber nicht auf und hat ihre Bedingungen noch in einem anderen Bereich zum Vorteil der Anleger geändert: Alle in der Tabelle genannten Angebote richten sich an Neu- und Bestandskunden. Ursprünglich standen die Kapitalisierungsprodukte nur Bestandskunden zur Verfügung, weil die Versicherer damit Mittel aus auslaufenden Policen im eigenen Haus halten wollten.

Zum Beispiel bieten Axa und Hannoversche Leben ihre Produkte seit Kurzem Neukunden an, bei einer Verzinsung von 2,2 beziehungsweise zwei Prozent. Führend ist jedoch wieder ein Geldhaus: die PSD Bank Rhein-Neckar-Saar mit drei Prozent. Für Bestandskunden sind die Zeiten traumhafter Konditionen in aller Regel aber vorbei. So zahlt die Zurich nur noch 1,8 Prozent im Vergleich zu 2,75 Prozent im Vorjahr.

Unverändert sind dagegen die Regularien zur Absicherung der Kunden. Da es sich um Versicherungspolicen handelt, erfolgt der Schutzmechanismus – anders als bei Banken – mehrstufig. Geht ein Unternehmen pleite, stehen knapp 1 Mrd. Euro aus der Auffanggesellschaft Protektor zur Verfügung. Reicht das nicht, können die Auszahlungen an die Kunden um fünf Prozent sinken. Danach muss die Branche einspringen.

Quelle: boerse-online
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